Glasfaser-Hausanschluss im Betrieb: Welche Geräte und Kabel brauche ich zwischen Glasfaser-Dose (ONT/Medienkonverter), Router und Switch?

Zwischen der Glasfaser-Dose des Providers und Ihrem Firmennetz liegen meist nur zwei oder drei Geräte und ein paar kurze Patchkabel. Welche genau, hängt davon ab, was der Provider als Übergabe stellt und welche Anschlüsse Ihr Router hat. Dieser Beitrag zeigt den Weg Schritt für Schritt und nennt die Punkte, die Sie vor der Beauftragung klären sollten.

Wer stellt das ONT oder Modem, und wann darf der Router direkt an die Faser?

Bei vielen Glasfaseranschlüssen für Privat- und Kleingewerbekunden endet die Faser in einer Dose (GF-TA oder Gebäudeeinführung mit Patchfeld) und das Glasfasermodem, also das ONT, ist entweder ein separates Gerät des Providers oder Sie bekommen nur die Faser. Bei einem separaten ONT geht es von dort per Kupferkabel (RJ45) in Ihren Router. Stellt der Provider kein Gerät, sondern eine reine Faserübergabe, etwa bei vielen Standleitungen oder Business-Anschlüssen, kann ein Router mit passendem SFP-Port die Faser direkt aufnehmen. Dafür braucht es ein SFP-Modul, das zum Verfahren des Providers passt. Das ist keine Geschmacksfrage: Ob ein Modul akzeptiert wird, legt der Provider fest. Fragen Sie deshalb schriftlich nach, welche Übergabe Sie bekommen und ob ein eigenes Modul oder Gerät zulässig ist.

Wann brauche ich einen Medienkonverter?

Ein Medienkonverter wandelt das optische Signal der Faser in Kupfer (RJ45) um und umgekehrt. Er ist nötig, wenn der Provider eine Ethernet-Übergabe über Faser liefert, Ihr Router aber nur RJ45-Ports hat und keinen SFP-Slot. Hat der Router dagegen einen SFP-Port, sparen Sie sich den Konverter und stecken das Modul direkt in den Router. Das ist ein Gerät weniger, ein Netzteil weniger und eine Fehlerquelle weniger. Bei der Auswahl müssen Faserart, Wellenlänge, Steckertyp und Geschwindigkeit zur Gegenstelle des Providers passen. Bei Standleitungen ist oft vorgegeben, welche Technik verwendet wird. Dann gilt die Vorgabe des Providers.

Welche Faser und welche Steckverbinder sind üblich?

Im Außen- und Gebäudebereich ist Singlemode-Faser der Normalfall, Bezeichnung OS2 mit 9/125 µm Kerndurchmesser. Multimode-Kabel (OM3, OM4) kommen im Hausanschluss in der Regel nicht vor und sind mit Singlemode-Technik nicht austauschbar. Bei den Steckverbindern begegnen Ihnen vor allem zwei Typen: SC ist der größere Steckverbinder, den man häufig an Dosen und Patchfeldern des Providers findet. LC ist kleiner und passt in die meisten SFP-Module. Ein typisches Patchkabel am Router ist deshalb LC auf SC oder, wenn die Übergabe bereits mit LC arbeitet, LC auf LC. Prüfen Sie die Steckerform an der Übergabe, bevor Sie bestellen. Zusätzlich gibt es unterschiedliche Schliffarten (APC, meist grün, und UPC, meist blau), die nicht gemischt werden sollten. Auch hier gilt: Nachfragen oder die Dose ansehen.

Welche Patchkabel brauche ich, und wie lang?

Für Duplex-Strecken mit zwei Fasern, wie sie bei SFP-Modulen mit zwei Anschlüssen üblich sind, nutzen Sie ein Duplex-Patchkabel in OS2. Gelbe Mantelfarbe kennzeichnet Singlemode. Halten Sie die Länge so kurz wie praktikabel, 1 bis 3 Meter reichen zwischen Dose und Router im selben Rack oder Raum meist aus. Überlängen legen Sie in lockeren Schlaufen ab, nicht in engen Radien, denn zu enge Biegungen verschlechtern die Übertragung. Wenn die Übergabe LC-Anschlüsse hat und Ihr SFP-Modul ebenfalls LC, passen zum Beispiel das LWL Patchkabel LC/LC Duplex 1m OS2 für kurze Wege im Rack oder das LWL Patchkabel LC-LC Duplex OS2 3m, wenn Dose und Router etwas weiter auseinander stehen. Sind es 2 Meter, gibt es auch eine entsprechende Variante. Hat die Übergabe SC-Stecker, brauchen Sie dagegen ein Kabel LC auf SC. Das gehört dann nicht zu den hier genannten.

Worauf achte ich bei der Port-Geschwindigkeit des Routers?

Der Glasfaseranschluss kann schneller sein als der Port, an dem er ankommt. Ein Anschluss mit 1 Gbit/s oder mehr braucht einen WAN-Port, der diese Geschwindigkeit auch schafft, bei höheren Bandbreiten also 2,5 oder 10 Gbit/s. Prüfen Sie außerdem, ob der Router intern mithalten kann: Läuft der Datenverkehr über eine schwache CPU, bremst diese oft früher als der Port. Dasselbe gilt für den Switch dahinter. Wenn der Uplink vom Router zum Switch nur 1 Gbit/s hat, ist der Rest des Netzes entsprechend begrenzt. Notieren Sie sich vor dem Kauf die Port-Geschwindigkeiten aller Geräte der Kette und vergleichen Sie sie mit der gebuchten Bandbreite.

Beispielaufbau für ein kleines Büro

Ein möglicher Aufbau: Die Faser endet in der Dose im Technikraum. Von dort führt ein LC-Duplex-Patchkabel (OS2) in das ONT oder, bei reiner Faserübergabe, direkt in das SFP-Modul des Routers. Hängt ein ONT dazwischen, geht ein Netzwerkkabel vom ONT in den WAN-Port des Routers. Der Router verbindet sich über einen LAN-Port mit dem Switch, an dem Arbeitsplätze, Drucker, Telefone und Access Points hängen. Wo es sinnvoll ist, trennen Sie Bereiche wie Gäste-WLAN oder Telefonie per VLAN, das setzt einen Switch mit VLAN-Unterstützung voraus. Beschriften Sie alle Kabel und halten Sie im Rack Platz für ein späteres zweites Gerät frei, falls Sie später eine zweite Leitung zur Redundanz ergänzen wollen.

Welche Fragen stelle ich dem Provider vor der Beauftragung?

  • Endet die Leitung an einer Dose mit ONT oder als reine Faserübergabe?
  • Stellt der Provider das Gerät, oder darf ich eigene Geräte und SFP-Module einsetzen?
  • Welcher Steckertyp und welche Schliffart liegen an der Übergabe an (SC oder LC, APC oder UPC)?
  • Wie wird die Leitung adressiert: DHCP, PPPoE, feste IP-Adressen, VLAN-Tag?
  • Welche Bandbreite ist garantiert, und welche Schnittstelle (1, 2,5 oder 10 Gbit/s) wird übergeben?
  • Wer ist für Störungen bis zur Übergabe zuständig, und was gilt bei Ausfall?

Wenn Sie unsicher sind, welche Kombination aus Router, Modul und Kabel zu Ihrem Anschluss passt, hilft Ihnen der Fachbetrieb gern bei der Auswahl.