SFP, SFP+ und SFP28 im Vergleich: Welches Modul brauchen Sie für 1G-, 10G- oder 25G-Upgrades?
In der Praxis begegnen uns ständig Kunden, die einen Netzwerk-Switch tauschen und dann vor der Frage stehen, welchen Transceiver sie eigentlich brauchen. SFP, SFP+ und SFP28 sehen sich zum Verwechseln ähnlich, unterscheiden sich aber deutlich in Geschwindigkeit und Einsatzbereich. Wer das vor dem Kauf nicht klärt, bestellt am Ende Module, die zwar in den Slot passen, aber nicht die gewünschte Bandbreite liefern.
Was unterscheidet SFP, SFP+ und SFP28 überhaupt?
Alle drei Formfaktoren haben dasselbe Gehäuse und passen mechanisch in denselben Käfig auf Switch oder Router – der Unterschied liegt in der Elektronik dahinter. SFP ist für Gigabit-Ethernet ausgelegt, SFP+ überträgt bis zu 10 Gigabit und SFP28 schafft bis zu 25 Gigabit pro Port. Je höher die Geschwindigkeitsklasse, desto anspruchsvoller ist auch die Optik im Modul, weshalb ein SFP28-Transceiver in der Regel teurer ist als ein einfaches SFP-Modul. Für die Kaufentscheidung zählt am Ende nicht die Bauform, sondern welche Geschwindigkeit die Switch-Ports und die Gegenstelle tatsächlich unterstützen.
Passt ein SFP+ Modul auch in einen SFP28-Slot?
Ja, SFP28-Ports sind grundsätzlich abwärtskompatibel und nehmen sowohl SFP+ als auch reine SFP-Module auf. Der Port fährt dann automatisch mit der niedrigeren Geschwindigkeit, die das eingesteckte Modul unterstützt – aus einem 25G-Port wird so im Betrieb ein 10G- oder 1G-Link. Umgekehrt funktioniert es nicht: Ein SFP28-Modul lässt sich zwar mechanisch in einen einfachen SFP+-Slot stecken, läuft dort aber nicht, weil die Hardware die höhere Datenrate nicht verarbeiten kann. Bevor Sie Module bestellen, lohnt sich deshalb ein Blick ins Datenblatt des Switches, welche Höchstgeschwindigkeit die einzelnen Ports tatsächlich zulassen.
Welches Modul brauche ich für ein Upgrade von 1G auf 10G?
Für den Sprung auf 10G reicht es nicht, nur die Switches auszutauschen – auch die Module und oft die Verkabelung müssen mitziehen. Wichtig ist zunächst die Unterscheidung zwischen Multimode-Modulen für kurze Strecken im Serverraum und Singlemode-Modulen, wenn zwischen Gebäuden oder über größere Distanzen im Betrieb verbunden wird. Für Singlemode-Strecken setzen wir in der Praxis auf LC-LC-Duplexkabel wie das LC-LC Patchkabel Duplex OS2 9/125 Singlemode LWL Glasfaserkabel 3mm 2m Meter, bei etwas längeren Strecken auch die 3-Meter-Variante LWL Patchkabel LC-LC Duplex OS2 Singlemode 9/125 3mm 3m Lichtwellenleiterkabel. Achten Sie zusätzlich darauf, dass auf beiden Seiten der Strecke der gleiche Modultyp verbaut ist, da sonst kein Link zustande kommt.
Lohnt sich der Umstieg auf 25G schon jetzt?
Das hängt stark davon ab, wo im Netz der Engpass tatsächlich liegt. Auf dem Uplink zwischen Access-Switch und Kernswitch oder vor einem Storage-System mit entsprechend schnellen Laufwerken kann 25G spürbar helfen, weil hier häufig mehrere Gigabit-Verbindungen gebündelt zusammenlaufen. Für einzelne Arbeitsplätze oder kleinere VLAN-Segmente ist der Sprung dagegen selten notwendig, weil dort in der Praxis meist gar nicht so viel Bandbreite abgerufen wird, dass 10G an seine Grenzen stößt. Wir empfehlen, zuerst mit einfachen Mitteln zu prüfen, ob der Uplink oder eher einzelne Endgeräte die Bremse sind, bevor in neue Hardware und Module investiert wird.
Was muss ich bei der Verkabelung beachten, wenn ich Module wechsle?
Beim Wechsel des Formfaktors bleibt die Faser meist gleich, wichtig ist aber, dass Stecker und Fasertyp zum neuen Modul passen. Singlemode-Module benötigen durchgehend OS2-Fasern mit LC-Steckern, während Multimode-Module auf OM-Kabeln mit anderer Kerndurchmesser-Klasse laufen – eine Mischung der beiden Welten führt zu instabilen oder gar keinen Verbindungen. Für kurze Patchstrecken im Rack, etwa vom Modul zum Patchfeld, hat sich bei uns das LWL Patchkabel LC/LC Duplex 1m OS2 Singlemode 9/125 Glasfaserkabel LSZH gelb bewährt. Prüfen Sie außerdem, ob vorhandene Patchpanels und Spleißboxen für die neue Faserqualität ausgelegt sind, bevor Sie die eigentlichen Switch-Module tauschen.
Falls Sie unsicher sind, welcher Modul- und Kabeltyp zu Ihrer bestehenden Infrastruktur passt, unterstützen wir Sie gern bei der Auswahl und der Installation vor Ort.